Marko Martin, Stadtschreiber aus Breslau berichtet

 

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Stadtschreiber Breslau, Marko Martin (Copyright: Deutsches Kulturforum osteuropäisches Europa)

Über seine Erlebnisse in der europäischen Kulturhauptstadt wird Marko Martin, Stadtschreiber Breslaus 2016, im Kraszewski-Museum am Sonntag, dem 6.11. berichten. Fünf Monate war er in Breslau unterwegs und schrieb in einem Onlinetagebuch über seine Begegnungen und die Besonderheiten der Stadt.

Um einen Eindruck davon zu bekommen, welchen faszinierenden Menschen er begegnete, haben wir einen kleinen Ausschnitt seines letzten Blogeintrags am 14. September 2016 ausgewählt:

„Entscheidend aber vor allem die Begegnungen mit Menschen, die das Bild dieser im wahrsten Wortsinn europäischen Kulturstadt geprägt haben – seit Jahren, wenn nicht Jahrzehnten, mit langem Atem und Emphase statt „Project-speech“. Da wären etwa der stets gut gelaunte Stadthistoriker Maciej Łagiewski, dem die Wiederentdeckung und neue Wertschätzung des deutschen Kulturerbes maßgeblich mit zu verdanken ist. (…)

Da wäre natürlich die jüdische Norwegerin Bente Kahan, deren helles Lachen ich noch jetzt im Ohr habe – und welche Freude, ihr in Abständen immer wieder begegnet zu sein – die mit ihrer Stiftung nicht nur die Synagoge „Zum weißen Storch“ als Erinnerungsort wieder zum Leben erweckte, sondern auch half, das jüdische Leben in Wrocław zu revitalisieren. (…)

Stimulierend auch jedesmal der Austausch mit Krzysztof Ruchniewicz vom Willy-Brandt-Zentrum, das sich in einem lauschigen Winkel hinter der Oder befindet, ein Ort voll good vibrations und moderatem Diskurs statt eiferndem Gebell. (…)

Während ich inzwischen jedoch an etwas Zusätzliches denken muss: Denn wie wacker dirigierte Frau Ewa Michnik Verdis „Nabucco“ mit der berühmten Gefangenen-Arie, als ich letzten Sommer das erste Mal hierher kam – noch nicht wissend, als ich in der Pause auf dem Balkon des Opernhauses stand, dass mich schon ein Jahr später mein täglicher Stipendiatengang genau hier vorbei führen würde. Ab jetzt also: Wrocław/Breslau on my mind.“

Was für Erfahrungen Marko Martin außerdem machte, das wird er am kommenden Sonntag um 17 Uhr im Kraszewski-Museum berichten. Zur Lesung und zum Gespräch sind Sie herzlich eingeladen.