Kuratorin Marzena Smolak im Portrait

Auf der Suche nach neuer Identität. Wrocław in der Nachkriegszeit fotografiert von Stefan Arczyński
Foto der Ausstellung „Auf der Suche nach neuer Identität. Wrocław in der Nachkriegszeit“ fotografiert von Stefan Arczyński

„Die Faszination am Werk von Stefan Arczyński resultiert aus seinem meisterhaften Verständnis für die Schwarz-Weiß-Fotografie“, schwärmt Marzena Smolak, Kuratorin der Ausstellung „Auf der Suche nach neuer Identität. Wrocław in der Nachkriegszeit“. Noch bis zum 29.1.2017 werden Fotografien des wohl populärsten Fotografen und Chronisten der Stadt Breslau, Stefan Arczyński, im Kraszewski-Museum Dresden zu sehen sein. Anlässlich seines 100. Geburtstages wählte Smolak eigens für das Kraszewski-Museum 28 Bildtafeln aus. Diese stammen aus dem Städtischen Museum Breslau.

Die gebürtige Breslauerin Marzena Smolak studierte Geschichte und Kunstgeschichte. Mit dem Abschluss ihrer Studien ging sie an das Historische Museum Breslau, wo sie sich seit 1989 der Ikonographie der Stadt widmet. Als das Historische Museum im Jahr 2000 Teil des Städtischen Museums wurde, bekam Smolak die Leitung der Abteilung Ikonographie übertragen. Bereits drei Monate nach Dienstantritt kuratierte sie eine Ausstellung über die Zerstörung der Stadt. 1995 erschien ihre erste Publikation zu diesem Thema, weitere sollten folgen. Schwerpunkt ihrer Forschungen ist die Geschichte der Stadt vor dem Zweiten Weltkrieg bzw. die 1950er und 1960er Jahre. Für ihr Buch „Wo die Bewohner Wrocławs in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts gefeiert haben“ erhielt sie 2005 die Auszeichnung des Wissenschaftlichen Buchhandels. Weiterer Arbeitsschwerpunkt Smolaks ist die Graphik. So kuratierte sie u. a. eine Ausstellung über den Graphiker Andrzej Heidrich, der seit 1960 die polnischen Banknoten gestaltet.

Den Fotografen Stefan Arczyński entdeckte sie durch Dr. Maciej Łagiewski, Direktor des Städtischen Museums Breslau. Dieser pflegt seit 1993 eine Freundschaft mit dem in Essen geborenen Fotografen. „Über diesen Weg kam ich automatisch mit dem Künstler in Berührung“, sagt Smolak. Je länger sie sich daraufhin mit ihm auseinandersetzte, desto stärker faszinierte er sie: Gerade „sein subtiler Blick auf die Welt und sein würdevoller Umgang mit den Menschen, die auf den Fotos zu sehen sind“ zeichnet Arczyński für die Kuratorin aus.

Alle Besucher sind herzlich dazu eingeladen, sich die Fotoausstellung im Kraszewski-Museum anzusehen.

Geöffnet ist diese von Mi – So von 13 – 18 Uhr.

Führungen durch die Sonderausstellung finden an folgenden Sonntagen statt:

13.11. , 4.12. , 10.01. jeweils um 14 Uhr

Eintritt: 4 € / 3 € zzgl. Führungsgebühr 3 € / 1 €